Verbraucherzentrale warnt!

17.10.2017

Vorsicht: Kein Onlinebanking oder -shopping über WLAN

Homebanking und andere sensible Online-Transaktionen sollten vor-erst nicht über eine WLAN-Verbindung erfolgen. Die Verschlüsselung der meisten Router ist nicht mehr sicher.
Ein WLAN Router und ein Smartphone, Tablet oder ein PC gehören zur Grundausstattung eines jeden Haushalts. Hiermit können wir vom Sofa aus eine Überweisung ausführen oder spontan bei einer Onlineauktion mitbieten. Leider ist dieser Komfort nicht mehr sicher. Im weit verbreiteten Sicher-heitsstandard WPA2 wurde eine Sicherheitslücke entdeckt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät dazu, WLAN-Netz-werke bis zur Verfügbarkeit von Sicherheits-Updates nicht für Online-Transaktionen wie Online Banking und Online Shopping oder zur Übertragung anderer sensitiver Daten zu nutzen. Die WPA2-Schwachstellen ermöglichen Angreifern das Mitlesen und Manipulieren von Datenpaketen, die über ein WLAN-Netzwerk gesendet oder empfangen werden. Bankkunden müssen besonders vorsichtig sein Nach Einschätzung von Michael Herte, zuständig für den Bereich Finanzdienstleistungen der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e.V. sollten Bankkunden besonders vorsichtig sein, wenn Sie Onlinebanking nutzen. Zwar haftet der Kunde in der Regel nur bis zur Höhe von EUR 150,- wenn ein Zahlungsvorgang ohne seine Autorisierung erfolgt (§ 675v BGB). Die Haftung ist jedoch bei grober Fahrlässigkeit ausgeschlossen. Dass die Verwendung einer nach jetzigen Stand unsicheren WLAN Verbindung als grob fahrlässig angesehen wird, hält Herte für möglich. Immerhin hat der Bundesgerichtshof in einer Entscheidung aus dem Jahr 2012 (BGH XI ZR 96/11) festgestellt, dass Bankkunden von ihrem Kreditinstitut keinen Schadenersatz verlangen können, wenn sie die erforderliche Sorgfalt außer Acht lassen.