Neuer Doppelsitzer für Aukrugs Segelflugverein

10.01.2018

Alte Dame erhält neues Gewand in der Aukruger Segelflugzeugwerkstatt

Die Hälfte ist geschafft! Die Unterseiten der Tragflächen glänzen bereits im neuen weißen Kleid. Foto: privat

Alfred Drobny strafft die Rumpfbespannung mit dem Spezialbügeleisen

Christian Langenau und Gunnar Schreiber arbeiten die Bespannung am Querruderbeschlag vorsichtig mit Heißluft nach, bevor die Oberseite der Tragfläche bespannt und der Flügel damit verschlossen wird.

Aukrug (pm) - Nicht erst seit dem vergangenen Wochenende herrscht Hochbetrieb in der Werkstatt des Segelflug Aukrug e.V. Aber die Spannung steigt, denn am ersten Januarwochenende ging es nun an die Bespannung der im Herbst 2016 bei einer harten Landung beschädigten ASK 13, dem Schulungsflugzeug der Aukruger Segelflieger. Nachdem im vergangenen Jahr das Rumpfgerüst und die Holzkonstruktion der Tragflächen ausgebessert, repariert und grundüberholt worden waren, folgte nun der letzte Teil der Arbeiten: ein neues Gewand für die immerhin schon 37-jährige alte Dame.

„Mit dem neuen Bespannstoff „Oratex“ wird die ASK 13 um einiges leichter und zugleich robuster sein als zuvor“, erklärt Christian Langenau, dessen Oldtimer Grunau-Baby ebenfalls mit dieser neuartigen Bespannung seit zwei Jahren fester Bestandteil des Aukruger Segelflughimmels ist. „Feuchtigkeit perlt von der gewachsten Oberfläche einfach ab, und das Material ist stabiler als der früher noch übliche Baumwollstoff.“ Damit das Aukruger Werkstattpersonal den Umgang mit dem neuen Werkstoff kennenlernen kann, wurde die Gelegenheit kurzerhand zu einem Lehrgang genutzt. Afred Drobny von der Firma Lanitz-Prena aus Leipzig hat einige Jahre Erfahrung mit der Verarbeitung von Oratex und ist eigens für ein Wochenende nach Aukrug gekommen, um sein Wissen an die ehrenamtlich tätigen Vereinsmitglieder weiterzugeben. Andreas Gripp, Björn Röttger und Andreas Teevs werden im Anschluss ein Zertifikat erhalten und dürfen dann als Werkstattleiter eigenständig Segelflugzeuge dieser Bauart warten und ggf. reparieren.

So dauert die Bespannung der Tragflächen inklusive Auftragen des nahezu geruchslosen Klebers nicht viel mehr als zwei Tage. „Früher haben wir tagelang lösemittelhaltigen Klebelack aufgetragen und hatten einen furchtbar dicken Kopf dabei. Nach dem Bespannen wurde der Stoff noch zigmal mit Spannlack eingestrichen, und auch der stank 10 Meilen gegen den Wind“, kommentiert Christian Langenau die Arbeiten. Heute wird die Oratexfaser nach dem Aufkleben mit einem exakt temperaturgeregelten Bügeleisen nachgespannt und schmiegt sich exakt um die Konturen des Flugzeugs, geruchslos und in nur einem Arbeitsgang.

Wenn die restlichen Arbeiten so zügig weiter vorangehen, wird Aukrugs alte Dame mit dem Kennzeichen D-5656 im Frühjahr 2018 wieder abheben. Flugschüler, -lehrer und insbesondere das fleißige Werkstattpersonal können den Erstflug jedenfalls kaum erwarten.

Weitere Informationen gibt es im Internet: www.segelflug-aukrug.de

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