Gegen das Vergessen

05.12.2017

Gedenktafel für die Opfer des Todesmarsches Kiel-Altona im April 1945

Am 25. November enthüllten (von links) Fred Zimmak (Sohn des überlebenden Marschteilnehmers Leonhard Zimmak), der Erste Stadtrat Carsten Hillgruber, Heinrich Kautzky (SHHB-Projekt Chaussee Altona-Kiel), Sabine Krebs (Stadtteilbeiratsvorsitzende Wittorf) und Jens Kay (SHHB Ortsgruppe Neumünster) eine Gedenktafel für die Opfer des Todesmarsches Hamburg-Kiel im April 1945.

Neumünster (voi) - Sturm und Regen begleiteten die Feierstunde in Wittorferfeld bei der am vergangenen Sonnabend eine Gedenktafel für die, am 14. April 1945 an dieser Stelle erschossenen Häftlinge Maurice Sachs-Ettinghaus und Richard Hartmann enthüllt wurde. Rund 50 Teilnehmer aus den Reihen des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes (SHHB), der Politik und der Kirche sowie interessierte Bürger hatten sich jedoch dennoch auf dem Parkplatz an der geschichtsträchtigen Straße versammelt, um der Zeremonie beizuwohnen. „Nur wenige Tage vor Ende des Krieges wurden die Menschen hier wie Vieh über die Straße getrieben. Die genauen Umstände der Erschießung lassen sich heute nicht mehr klären. Aber ihre Namen sollen, stellvertretend für alle Opfer dazu beitragen, dass diese nicht vergessen werden“, sagte Jens Kay (SHHB Ortsgruppe Neumünster). Tief berührt äußerte sich zudem Fred Zimmak als Sohn des überlebenden Marschteilnehmers Leonard Zimmak und Mitglied der Arbeitsgruppe Biografie im SHHB. „Wie Menschen diese Zeit des Bösen in Menschengestalt überleben konnten, kann ich bis heute nicht verstehen. Aber wir müssen uns immer an diese erinnern, damit die Welt ein bisschen besser wird. Deshalb sollen noch weitere 20 - 30 Biografien zu den bisher bekannten 220 Namen entstehen“, sagte er. Die Aufstellung der Gedenktafel war vom Stadtteilbeirat Wittorf bei der Stadt beantragt und im September in der Ratsversammlung beschlossen worden. (der Courier berichtete) „Ich bin sehr froh über diese Entscheidung. Die NS-Zeit liegt lange zurück, aber ihre Schatten reichen bis an diesen Ort, der auch nun deutlich macht, dass wir uns der Geschichte stellen und dass Rassismus und Unrecht keinen Platz in unserer Stadt haben“, erklärte die Stadtbeiratsvorsitzende Sabine Krebs.

  • Berufswahl Extra

    Berufswahl Extra 2017 36