Für die Zukunft gerüstet

02.03.2018

Feuerwehr erhält Hilfe von oben

Foto: Szymura

Neumünster (rjs) – Die Berufsfeuerwehr Neumünster geht mit einer neuen technischen Errungenschaft in das neue Jahr. „Ab sofort verwenden wir bei bestimmten Einsätzen eine Drohne“, erzählt Feuerwehrchef Sven Kasulke. „Damit erhalten wir schneller einen Überblick, wo Brandherde sind. Außerdem können wir bei nicht gut einsehbaren Situationen schnell feststellen, wie viele Personen in Gefahr sind“, so Kasulke weiter. Das Flugobjekt verfügt über einen Infrarot-Sensor und hat eine hochauflösende Kamera an Bord, die der Mannschaft perfekte Bilder liefert. „Wir können außerdem Routen bestimmen, die das Gerät abzufliegen hat“, sagt Kasulke. Die Drohne wiegt unter zwei Kilogramm und kann ohne Führerschein bedient werden. „Wir haben sie mit der Aufschrift ‚Feuerwehr‘ gekennzeichnet, damit sie auch niemand vom Himmel holt“, erklärt der Feuerwehrchef.
Insgesamt 152 mal weniger hat es 2017 gebrannt als im Vorjahr. So mussten die Kameraden 439 mal zu Bränden ausrücken. „Einer der größten Einsätze war dabei bei der Firma Nordalu im vergangenen Oktober“, berichtet Kasulke. Insgesamt wurden 191 (im Vorjahr 199) Menschen von der Feuerwehr gerettet. „Außerdem gab auch im vergangenen Jahr in unserem Kreis keine Brand- oder Verkehrstoten“, resümiert Stadtrat Oliver Dörflinger. Vor große Anforderungen stellt der demographische Wandel die Feuerwehr. So gingen von circa 24.300 Alarmierungen rund 23.000 auf das Konto des Rettungsdienstes. „Die Bevölkerung wird immer älter und dadurch gibt es mehr Einsätze. Zudem stellen wir fest, dass viele ältere Bürger vom Land nach Neumünster ziehen“, erklärt Kasulke. „Daher planen wir die Erweiterung der Rettungswache in zwei Jahren, damit wir künftigen Anforderungen entsprechen können.“
Besonders gefreut hat sich die Leitung der Feuerwehr über den Erhalt der Zertifizierung des Führungsstabes der Stadt Neumünster. „Wir haben uns lange dafür vorbereitet. So mussten wir eine dreijährige Qualifizierungsphase der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz des Bundes durchlaufen. Abgeschlossen wurde diese durch eine Großübung bei der ein tagelanger Stromausfall simuliert wurde“, erzählt der Feuerwehrchef. Beteiligt war dabei der Oberbürgermeister mit seinem Verwaltungsteam.
Für das Jahr 2018 haben sich Sven Kasulke und sein Team neue ehrgeizige Ziele gesetzt. So wolle man die Zeit zum Einsatzort noch schneller erreichen. „Wir arbeiten dabei mit einem so genannten Voralarm. Sobald ein Anruf bei uns eingeht, kann die Einsatzstelle schnell vordefinieren, um was für einen Einsatz es sich handelt. So können sich die Einsatzkräfte schon entsprechend vorbereiten“, sagt Sven Kasulke abschließend.  

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